FRAGENHAGEL

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

2011 hat die Buchhandlung GRIMPE aus Northeim zu einem Kriminalgeschichtenwettbewerb aufgerufen. Die besten Geschichten sollten in einer Kriminalanthologie veröffentlicht werden. So stand das in der Tageszeitung.

„Da mache ich mit!“, rief ich meinem Mann, der mir am Frühstückstisch gegenüber saß, aufgeregt zu. „Ich will in das Buch!“ 

Grundgedanke war, es meinem Deutsch-Leistungskurs-Lehrer zu zeigen, der mir mal sagte, dass meine Schreibereien niemals druckreif werden würden. Was soll ich sagen? Meine Geschichte „Geschwisterliebe“ wurde in der Kriminalanthologie „Tatort Northeim“ gedruckt! Das war der Anfang meiner Schreibtätigkeit.

Und wieso genau hast Du weitergemacht?

Weil ich wissen wollte, ob ich jemals so viel Disziplin besitze ein ganzes Buch zu schreiben. Da es funktioniert hat, mache ich einfach weiter. Es macht mir ja Spaß!

 

Normalerweise schreiben Autoren in nur einem Genre. Wieso schreibst Du mittlerweile in mehreren Genres und warum steht auf einigen Büchern Y. S. Paare statt Yvonne Stöckemann-Paare?

Ich bin ein sehr vielseitiger Mensch. Ich brauche die Abwechslung wie die Luft zum Atmen. Ich besuche also gern neues und fremdes Terrain und versuche mich in neuen Aufgaben. Das ist pures Abenteuer für mich in unterschiedlichen Genres zu schreiben. Es ist etwas verwirrend, wenn eine Kinderbuchautorin plötzlich blutig mordet. Y. S. Paare ist quasi die Autorin für das blutige Genre und Yvonne Stöckemann-Paare ist bunt, lustig und schreibt Kinderbücher.

 

Wenn man nachschaut wie viele Hobbys Du hast, dann wird einem schwindelig. Hast Du tatsächlich Zeit jedes Hobby intensiv zu bedienen?

Manche Tage bräuchten tatsächlich 48 Stunden, damit ich alles machen kann, was mir im Kopf herumschwirrt. Da das aber nicht geht, verbinde ich die Hobbys miteinander. Da sie fast alle im handwerklichen Bereich liegen, lässt sich das mit dem Schreiben toll kombinieren. Während ich mit den Händen werkele, entstehen im Kopf z. B. neue Geschichten, die ich später aufschreiben kann. Wenn ich allerdings schreibe, dann liegt meist nur das Strickzeug oder ein Block mit Stiften neben der Tastatur. Ich male oder stricke dann erst, wenn ich irgendwo im Text feststecke. Beim Malen oder Stricken kann ich mich gedanklich am besten aus den geschriebenen Sackgassen befreien. Schreiben bedeutet für mich viel Disziplin. Alle anderen Hobbys wie Musik, Fotografie passen immer mal zwischendurch in den Tag.

 

Was sagt denn Deine Familie zu den vielen Hobbies?

Wir schreiben uns nicht gegenseitig vor, was jeder zu tun hat. Jeder von uns geht dem nach, was er am liebsten macht. Nur so kann man zusammen glücklich sein und ist dann auch gern beieinander. Natürlich erfüllt jeder einen festen Part, der zum Familienleben dazu gehört. Es funktioniert tatsächlich erstaunlich gut, obwohl wir alle so unterschiedlich sind.

Aber Du hast doch auch noch einen Brotberuf? Woher nimmst Du denn dafür noch die Zeit?

Ich arbeite nur noch wenige Stunden wöchentlich in meinem Beruf als Zahntechnikerin. Es ist ein Handwerk und passt mir also ganz gut. Eigentlich ist es nichts weiter als ein weiteres Hobby. Wenn jemand also ein neues Lächeln benötigt, dann darf er sich gern bei mir melden! 

Würdest Du Deine schönste Erinnerung hergeben, damit Du Deine schlimmste auslöschen kannst?

Ich könnte keine hergeben. Sie haben mich ja geprägt. Ich wäre ohne sie jetzt nicht die, die ich bin. Natürlich wäre es schön, wenn die schlimme Erinnerung nicht da wäre, aber da ich mehr an meine schönen Erinnerungen denke, kann ich mit der schlimmen ganz gut umgehen und muss sie nicht auslöschen. 

Lieber im Club feiern gehen, oder Netflix zu Hause auf der Couch?

Weder noch. Im Club sind zu viele Leute, es ist mir schlicht zu laut. Und einfach nur Glotze glotzen konnte ich auch noch nie gut. Aber zu Hause sein, das mag ich sehr!

Warum bist Du so gern zuhause?

Weil dort alles ist, was ich gern habe. Und weil dort alles so ist, wie ich es gern habe. My home is my castle!

Wenn Du in diesem Augenblick einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das?

Dann würde ich mir interessantere Fragen von Dir wünschen!

Wann hast Du das letzte Mal etwas illegales getan?

Oh, tatsächlich gerade erst neulich! Ich bin spät abends absichtlich über eine rote Baustellenampel gefahren, weil kein Gegenverkehr weit und breit zu sehen war. Ich habe das aber nur gemacht, weil ich dachte, wenn ich  genau das tue, dass etwas anderes gut ausgeht!

Und? Ging es denn gut aus?

Klar!

Verrätst Du auch um was es da genau ging?

Nö!

Welchen Fantasy Charakter hättest du gerne als Mitbewohner in Deinem Haus?

Stitch aus dem Disney-Film „Lilo und Stitch“. Aber mein Hund ist so ähnlich wie Stitch. Ich glaube, dass er ein von einem Außerirdischen selbstgebastelter Außerirdischer ist.

Du bist ziemlich bunt und fröhlich. Kann man da überhaupt düstere Romane und Geschichten schreiben?

Hast Du schon mal Drogen ausprobiert?

Noch nie! Aber ich habe schon Cannabis geraucht.

Wenn Du von einer Verschwörungstheorie deiner Wahl mit absoluter Sicherheit erfahren könntest ob sie wahr ist, welche würdest du wählen?

Was für Bücher liest Du eigentlich?

Am liebsten lese ich Kinder- und Jugendbücher. Aber wenn ich so in meine Bücherregale sehe, dann stelle ich fest, dass da doch ein kunterbuntes Durcheinander an Genres ist. Vom Kinderbuch über Thriller bis hin zum fiesesten Horrorroman ist tatsächlich alles dabei. Hm … (Yvonne überlegt) eigentlich ja normal für mich. Ein Genre allein, das wäre ja auch langweilig. Und langweilig ist mir nie!

Abschließend noch eine Frage zu Dir als Autorin. Was ist das Tollste, wenn ein neues Buch von Dir dann endlich fertig gedruckt in den Buchhandlungen liegt?

Das sind, ohne dass ich lange überlegen muss, natürlich die Lesungen! Ich liebe es meine Bücher den Lesern persönlich vorstellen zu können. Da gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten: Lesungen im Theater, Menülesungen in Hotels und Restaurants, Lesungen in Schulen, aber auch im kleineren Kreis bei einer privaten Wohnzimmerlesung mit mindestens 10 Zuhörern kann man mich live erleben und buchen. So nah am Leser zu sein, das bedeutet mir alles.

Vielen Dank für das Gespräch!